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Monday, December 05, 2005
Kontrastprogramm

Die Auswahl und der Service, die Freundlichkeit und Beratung in der "Stecknadel" in Siegen (jaaa, ich war beim Zugsocking auch dabei) waren einfach erstklassig.
Kein Wunder also, daß ein paar schöne Knäuel Wolle in meinem Korb gelandet sind.

Die erste Wolle ist auch schon angestrickt und der Kapuzenschal à la Ute ist so gut wie fertig. Das heißt, fertig gestrickt ist alles; ich muß nur noch die Fäden vernähen. Das mache ich dann morgen abend, denn ich möchte den Kapuzenschal gern am Mittwoch schon ausführen, wenn ich mit vier Kolleginnen einen Ausflug zum Weihnachtsmarkt nach Bernkastel-Kues mache.
Der schöne Kapuzenschal wird auf meiner neuen Jacke, die ich mir heute gekauft habe, bestimmt gut aussehen.

Aber nun weiter zum eigentlichen Thema.
In der "Stecknadel" war es rundum schön, wie der ganze Tag überhaupt, und die Verkäuferinnen wurden nicht müde, uns zu beraten, Nachschubknäuel zu holen, Farbvariationen heranzubringen und mit Tipps zur Seite zur stehen. So sollte es doch eigentlich sein, um zufriedene Kunden längerfristig an ein Geschäft zu binden, gell?

Schade, daß sich das noch nicht überall rumgesprochen hat. Gerade hatte ich heute ein Erlebnis, das umso mehr ins Gewicht fällt, weil ich gerade vorgestern gesehen habe, daß es auch anders sein kann.

Ich bin heute also in ein Wollgeschäft gegangen, weil ich für meinen Kapuzenschal noch nach "Puschelwolle" à la Brazilia Ausschau halten wollte. Ich also mit dem angestrickten Schal bestückt in das Wollgeschäft und ganz genau meine Wünsche erklärt.
"Ich hätte gern Puschelwolle mit möglichst langen Fransen. Die Farbe bitte so, daß sie schön mit meinem Schal harmoniert. Also Ton in Ton."

Die Wolle ist bordeauxrot und mit altrosa und lila Fäden durchwirkt, also eine "trendy" Farbe.
Als erstes hält mir die Verkäuferin neonpink vor die Nase. Nee, bitte Ton in Ton; es soll edel aussehen. Dann kommt knallrot. Häh, sind Sie vielleicht farbenblind?
Und dann der Spruch: "Nehmen Sie doch dunkelblau oder schwarz. Zur Not geht auch weiß. Muß doch nicht die Farbe des Schals sein."
Haaaaalloooo? Ich möchte das aber gerne so.
"Naja, da haben Sie sich halt eine Farbe ausgesucht, die nicht so gut läuft."

Bitte wie soll ich das verstehen? Die Regale sind überall voll mit eben diesen Farben. Von diversen Herstellern, immer wieder diese Farben. Es sind die Farben dieses Winters.

Fast bereute ich es schon, in den Laden gegangen zu sein. Aber gut, ich hatte ja noch eine "Fashion Trend Stripe" gesichtet, die ich gerne mitnehmen wollte. 6 Knäuel wollte ich.
Als erstes sucht die Verkäuferin zwar sechs Knäuel zusammen, aber in drei unterschiedlichen Farben (ich glaube, sie war wirklich farbenblind). "Nein, aber ich will nur diese eine hier."
Sie also gesucht, allerdings irgendwie nur halbherzig. Hatte sie natürlich nichts mehr von nur noch diese zwei Knäuel. Kein Wort davon, daß sie versuchen könnte, nochmal nachzubestellen. Schließlich schien gerade diese Farbe gut gegangen zu sein, denn von anderen Farben war noch reichlich da.
"Schade, daß sie die nicht mehr da haben."
Und was sagt sie daraufhin? "Na, Sie fangen aber auch reichlich spät an. Kein Wunder, daß alles schon weg ist."

Hm, eigentlich hätte ich mich da schon umdrehen sollen, aber in Ermangelung einer 8er Bambusnadel verlangte ich dann noch nach dieser, um dann den Laden wenigstens mit einem Teilerfolg wieder zu verlassen.
Ich also meinen letzten Wunsch geäußert. Und wißt Ihr, was die Verkäuferin darauf sagte?
Ich kann es gar nicht glauben. Mit spitzen Fingern zog sie die Nadel vom Ständer, hielt sie mir hin und sagte mit recht pikierter und spitzer Stimme: "Die ist aber sehr teuer."
Ich dachte, ich höre nicht richtig. Und es hörte sich nicht danach an, daß sie mich nur vorwarnen wollte, sondern es klang mehr nach "Können Sie sich das überhaupt leisten?"
Nee, das haben wir nicht nötig, oder?
Und so habe ich mich darauf hin engültig umgedreht und bin aus dem Laden raus, ohne auch nur einen Cent da zu lassen. Und ganz sicher wird mich dieser Laden nicht wieder sehen. Da nehme ich lieber weitere Wege in Kauf wie z. B. letzten Samstag oder bestelle im Internet. Manche Geschäftsinhaber scheinen es nicht anders zu wollen. Und dann beschweren sie sich, daß keiner mehr bei ihnen vor Ort kauft.

Aber glücklicherweise kann es ja auch anders sein. Die "Stecknadel" war ein guter Beweis dafür und meine lokale Wolldealerin gibt sich auch immer sehr viel Mühe und berät und bestellt, wenn sie etwas gerade nicht da hat.

Posted at 23:33 by stitchwitch

Karin
December 9, 2005   09:01 AM PST
 
Hallo Gina, hallo Bine,

also, die Stecknadel hat mich auf jeden Fall nicht zum letzten Mal gesehen. Und mit gut zwei Stunden Fahrtzeit ist das ein Ausflug, den mal immer mal machen kann.
War gestern ganz spontan nochmal kurz da und habe mir die Dinge besorgt, die ich in dem anderen Laden nicht kriegen konnte. ;-)

LG Karin
 

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